GEMA für Tote

Jedes Musikstück, das in der Öffentlichkeit gespielt wird, ist mit einer GEMAgebühr belegt.

Was versteht die GEMA unter öffentlich? Im Vergleich zur Unübersichtlichkeit ihrer Gebührenordnung oder vielmehr Verordnung, gibt sich die GEMA klar: Jede Nutzung ist öffentlich, bei der wenigstens zwei Personen, die nicht miteinander verwandt oder eng befreundet sind, Musik hören.
Zum Glück sind private Feiern und Partys ausgenommen, was mit Beginn der Grill- und Gartenparty- Saison beruhigen dürfte.

Irgendwie nervt das dennoch gewaltig und ich frage mich, ob es nicht andere Mittel und Wege gibt, den Künstlern zu ihren Rechten und Moneten zu verhelfen. Jedenfalls den noch lebenden. Denn was ist eigentlich mit den Textern und Musikern, die bereits verstorben sind?
Gibt es bei der GEMA eines spezielle Totengebühr?

Ja es gibt sie im Gewand einer Schutzdauer und ist geregelt über das Urheberrecht. Das Urheberrecht gilt zeitlich nicht unbeschränkt. Es gilt regelmäßig bis zu 70 Jahre nach Tod des jeweiligen Urhebers. Nach Ablauf der Schutzdauer werden die Werke gemafrei, das heißt, sie können von jedermann verwendet werden. Eine Tabelle zeigt die jeweilige Schutzdauer der Urheberrechte sowie die verwandten Schutzrechte.

Es reicht also nicht zu fragen, ob der Komponist tod ist, sondern wie lange er schon im Reich der gemafreien Sphären wandelt. Tut er das mindestens 70 Jahre, so kann man seine Werke getrost zum Besten geben.

Doch wer weiß, vielleicht ist es besser auf Nummer Sicher zu gehen und a) auf’s Musizieren zu verzichten oder b) wenn, es nur mit Verwandten zu tun oder c) sich in den unübersichtlichen Gebührentabellen der GEMA zu informieren, was der Spaß kostet.

Last but not least sei die Frage gestattet, wer sich eigentlich freiwillig als GEMAspion zur Verfügung stellt.
Irgendwie prallen da doch Welten aufeinander, die unterschiedlicher nicht sein könnten.

Kunst und Musik sind Grundbedürfnisse des Menschen und der Menschlichkeit.
Kann man das auch von sich behaupten, wenn man sich auf’s Spionieren verlegt hat?

Gemafreie Musik scheint mir der Geist zu sein, der uns zukünftig noch mehr beseelen möge.
Musik von Künstlern, die nicht nur die eigene kreative Freiheit schätzen sondern gleichwohl ihre Selbstverantwortung voll übernehmen und sich nicht institutionieren lassen

Musiker, Texter und Künstler, die es sich leisten, mit ihrer Musik einen Teil von sich zu schenken in dem Vertrauen, dass das nicht verschenkt ist, sondern durchaus zu monetärem Ausgleich führen kann.

TerraSound macht Freunde

Bisher bin ich mit der Musikuntermalung meiner privaten Videoclips großzügig umgegangen.
„Wird schon niemand von der GEMA auf meiner Seite vorbei schauen. Und wenn schon, schließlich habe ich die „Platte“ ja gekauft.“

Wenn das alles so einfach wäre.
Selbst wenn man Musik käuflich erworben hat, darf man sie nicht ohne Weiteres veröffentlichen, auch nicht auf einer privaten Blogseite.

Als frisch gebackene Bloggerin dieser Seite, bin ich zusätzlich sensibilisiert und natürlich bemüht, bei allem Spaß am Schreiben und an der Musik seriöse Berichte abzuliefern.

So startete heute meine erste Minirecherche in die unendlichen Weiten der GEMAfreien Musik.
Die Seite www.terrasound.de hat mir besonders gut gefallen.
Betreiber von www.terrasound.de ist der Komponist Dag Reinbott.

Als Schmankerl für Leute wie mich, die gerne mal ein bisschen spielen und ihre kleinen Filmchen mit Musik untermalen wollen, ist die Rubrik „Freie Musik“ besonders verführerisch.

Einfach mal reinklicken und individuelle Musik fernab vom Mainstream genießen. Macht einfach Spaß!